Widor Projekt, Gereon Krahforst

Ankündigung von Konzert-Terminen und mehrtätigen Veranstaltungen
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kjz1
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Widor Projekt, Gereon Krahforst

Beitrag von kjz1 » Montag 4. März 2019, 12:11

Im Rhamen seines Widor-Projektes wird Gereon Krahforst sämtliche Orgelsinfonien von Charles Marie Widor auf der großen Kemper-Orgel in der Rhein-Mosel-Halle Koblenz spielen.

https://www.koblenz-kongress.de/veranst ... n-eck.html

Die Orgel (IV/71) gehört immer noch zu den größten Saalorgeln in Deutschland, ist jedoch klanglich eher als 'Kammerorgel' (AKA 'Riesenfernwerk') intoniert. 2014 wurde sie von Fa. Mayer generalüberholt.

kjz1
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Re: Widor Projekt, Gereon Krahforst

Beitrag von kjz1 » Mittwoch 17. Juli 2019, 18:49

Am 14. 7. fand das mittlerweile dritte Konzert aus der Reihe 'Widor-Projekt' von Gereon Krahforst in der Rhein-Mosel-Halle Koblenz statt. Gereon Krahforst spielte die Orgelsymphonien 9 und 4 von Charles-Marie Widor.

Und es kam mal wieder eine gewisse 'Tragik' solcher Saalorgeln zu Tage. Das Konzert kostete Eintritt und fand in der Ferienzeit statt. In dem riesigen Saal mit über 1.000 Sitzplätzen verloren sich gerade mal 15(!) Zuhörer. Das dürfte ein gewaltiges 'Verlustgeschäft gewesen sein. Es ist ja hochlöblich, dass der Saalverwalter relativ 'orgelaffin' zu sein scheint, G. Krahforst als Kustos für die Orgel berufen wurde, und man versucht, durch ein 'Orgelpflegespiel' die Orgel funktionsfähig zu halten und im Bewusstsein der Bevölkerung zu halten. Allerdings dürfte dafür die Orgelmusik von Widor nicht die allererste Wahl sein.

G. Krahforst muss die Orgelsymphonien sowieso für seine Stahlhuth-Orgel in Maria Laach einüben, wo er sie ebenfalls spielt. Diese Orgel dürfte jedoch wesentlich besser für Widor geeignet sein als die neobarocke Kemper-Orgel in der Rhein-Mosel-Halle. Da gibt es einige Kirchenorgeln in der Stadt, die erheblich eher für diese Musik geeignet wären. Aber diese werden halt auch regelmäßig bespielt.

Hinzu kommt dann noch die völlig 'staubtrockene' Akustik der Halle, die quasi jeden einzelnen Ton 'wie auf dem Seziertisch' präsentiert. (BTW: die lokalen Konzertkritiker lieben so etwas heiss und innig und meckern im Gegensatz dazu ständig am Hall bei den Kirchenkonzerten herum. Da deckt der Hall wohl so einiges zu, was man ansonsten als Kritiker ja anmerken könnte...). Das verzeiht keinen Fehler des Interpreten. Zudem steht die Orgel in tiefen Kammern mit relativ kleinen (und mit Pfeifen zugestellten) Prospektflächen zum Saal hin, was den Eindruck eines 'Riesenfernwerks' nur noch verstärkt. Und die Orgel steht in 2 Kammern verteilt jeweils am gegenübergesetzten Bühnenende, wodurch sich dann öfters so etwas wie ein 'Ping-Pong-Effekt' ergibt.

Persönlich hatte ich den Eindruck, dass die Gothique in diesen schwierigen Begleitumständen besser geklungen hat im Vergleich zur 4. Symphonie. Obwohl es im letzten Satz der Gothique dann auch noch einen Hänger in der Traktur gab (der aber von den Technikern in der Pause beseitigt werden konnte).

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