Chor

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olds
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Chor

Beitrag von olds »

Wie ist denn hier die Lage in euren Gemeinden?

Ich möchte vermuten, dass sich dort auch Senioren 65+ tummeln, vereinzelt punktuell unterstützt von jüngeren Sängerinnen und Sängern?

Auf der diesjährigen Jahresversammlung unseres Chores habe ich als Vorstandsmitglied nicht immer eine gute Figur abgegeben, mir stoßen inzwischen viele Dinge auf, Momente, wo ich den Leuten dort gerne sagen würde, dass die Kirche inzwischen etwas andere Probleme hat und solche Chöre ganz gern mal belächelt werden.

Der Chor als regelmäßige wöchentliche Veranstaltung der Gemeinde hat ausgedient, die jungen Leute benötigen diese "soziale Funktion" nicht mehr, sie beteiligen sich auf Projektbasis an bestimmten Projektchören, die gezielt zu bestimmten Anlassen zusammengestellt werden und im Vergleich zu den normalen Kirchenchören oftmals Höchstleistungen vollbringen.
kernbeißer
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Re: Chor

Beitrag von kernbeißer »

Aber warum sollen die "Älteren" sich nicht mehr treffen und gemeinsam singen? Gerade hier scheint mir die soziale Komponente eines, wie auch immer geprägten Chores - ob weltlich oder kirchlich - eine wichtige Rolle zu haben.

Also gerade für diese Menschen sollte doch ein Chor erhalten bleiben in dem Sie mit Bekannten zusammentreffen, wenn dies dann auch keine "elitäre" Kirchenmusik hervorbringt. Spaß am musizieren spielt doch auch eine Rolle bei solchen Vereingungen. Gelegentlich braucht man ja auch jemanden, der tagsüber Zeit hat um am Grab zu singen. Das können jüngere kaum leisten. Ich kenne das vom örtlichen Posaunenchor (auch ein Chor!) - und da ist man über die Älteren froh, die das dann machen.

Und Ältere können vielleicht auch nicht mehr ganz so "großartige" Leistungen vollbringen, das bedingt das Älterwerden, da gibt es stimmliche Einschränkungen, langes Stehen geht nicht mehr und und und und.

In deinem Fall würde ich die Vorstandsschaft aufgeben, wenn Dir das alles so mißfällt, und einen für Dich geeigneteren "Chor" mit entsprechender Leistungsfähigkeit suchen.
Dorforganistin
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Re: Chor

Beitrag von Dorforganistin »

Ich finde Chorproben als regelmäßige Veranstaltung ausgesprochen wichtig und die soziale Funktion nicht zu vernachlässigen.
Mag sein, dass mancher meint, man könne mit den Menschen 65+ nicht mehr ausreichend gute Musik machen, aber dann muss er sich eben ein entsprechendes Betätigungsfeld suchen - ich habe tolle Leistungen von "alten" Chören gehört und finde es persönlich schlimm, wenn jemand meint, in einem bestimmten Alter sollten die Menschen nicht mehr singen.

Projektchöre sind schön und gut, aber halt nur ein Teil des großen Choruniversums. Ich würde auf den "alten" Chor bei uns nicht verzichten wollen und finde es bemerkenswert, dass sich so viele Leute wöchentlich zur Probe aufmachen, Rollator hin oder her.
link1907
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Re: Chor

Beitrag von link1907 »

>die jungen Leute benötigen diese "soziale Funktion" nicht mehr,<

Ob sie die Senioren ab 65+ benötigen interessiert Dich wohl nicht?
Du solltest wirklich aus dem Vorstand zurücktreten.
Was willst Du mit diesem Beitrag überhaupt aussagen?
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olds
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Re: Chor

Beitrag von olds »

Ich möchte ja niemandem das Singen verbieten.

Für mich ist es aber recht fragwürdig, wenn man trotz allerlei Einschränkungen und all den Spuren des Alters noch volles Programm fahren möchte. Man muss seine Grenzen kennen. Und beweisen muss man sich in dem Alter auch nicht mehr.

Von Seiten der Gemeindeleitung wird diese Ansicht geteilt, dem Wunsch, sich doch auf zwei Beiträge im Gottesdienst zu beschränken, der ist so wirklich im Chor nicht angekommen.
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Re: Chor

Beitrag von Administrator »

Ich habe alle Proben abgesagt. Da meine Chöre hauptsächlich aus Risikogruppenmitgliedern bestehen, halte ich das für die beste Lösung. In zwei Proben hatte ich alle noch schön weit auseinander gesetzt (toller Sound!). Aber nun ist das Chaos halt fortgeschritten und eine Zwangspause eingetreten. Irre!

Ich hoffe, die Sänger folgen meiner Empfehlung und singen zu Hause ganz viel.
Herzliche Grüße

Daniel
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Voceumana
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Re: Chor

Beitrag von Voceumana »

Auch ich reihe mich en in die Zahl der Leser, dieden TE und seine Absicht/Motivation/ Aussage nicht ganz verstehen (und das nicht nur hierin diesem Thread):

Zur Sache:
Jeder Chor hat auch eine gesellschaftliche Komponente, der eine mehr, der andere weniger - das sieht man gerade jetzt, wo alle Chöre nicht singen "dürfen". Mein Chor (alles Rentner) heult, weil sie sich nicht einmal in der Woche treffen und ratschen und singen können.

Mich würde einmal interessieren, welche denn die im Startbeitrag angesprochenen "ganz anderen Probleme" sind, die die Kirche damals, also vor 2 Wochen, hatte? Sind die Alten das Problem, die brav die Klingelbeutel und Kirchen halbwegs füllen und so Pfarrern und Haupt- wie Nebenamtlichen überhaupt eine Daseinsberechtigung geben, wenn es um das Nicht-Zusammenlegen von Gemeinden geht (Argument der mangelnden Mobilität, Seelsorge vor Ort, am Menschen...), sind es Skandale aller Art, ist es die allgemeine Tenzdenz, sich nicht mehr sehr fest binden zu insgesamt weniger einbriungen zu wollen oder auch zu können? Hab ich was vergessen?

Wenn du deinem Chor sagst, dass sie die Klappe halten sollen, weil man es nicht mehr als 1-2 Mal im Jahr erträgt, dann sind sie enttäuscht von dir, von der Gemeinde und Gemeindeleistung und von der Kirche. Mit Glück suchen sie sich eine andere Gemeinde, mit Pech kommen sie einfach mehr in die Kirche, Gottesdienst, Gemeindefeste, Seniorennachmittag.
Das kann uns sowieso passieren, wenn viele Menschen merken, dass ein Gottesdienst im TV (abgesehen von der Frage des Kommuniongangs) auch gut ist: Man hat eine gute Kamera und sieht den Pfarrer, der unserer Sprache mächtig ist und/oder nicht lustlos abliest und langweilt, man hört schöne Musik, immer mal aus einer anderen KIrche, ohne aus der Wohnung zu müssen bei Wind und Wetter..., vielleicht kommt meine Oma
auch auf den Geschmack des Fernsehgottesdienstes und verlässt zumindest hierfür nicht mehr die Wohnung; wieder eine weniger im Gottesdienst.

Die Jungen, denen ja der soziale Aspekt angeblich nicht so wichtig ist, die kommen ja nicht gerade in die "normale" Kirchen, sieht man ja überall... Beispiel: Der Projekt-Gospelchor (Sänger um die 40-50, die sich übrigens zum Musizieren treffen wollen) probt das ganze Jahr umsonst im Pfarrheim und gestaltet dafür einen Gottesdienst mit dem Konzertprogramm, mit dem man in der größeren Nachbarkirche das Semester-Abschlusskonzert macht. Von den Sängern beteiligt sich ansonsten nur ein Bruchteil am aktiven Gemeindeleben (ich schreibe bewusst nicht Gottesdienst, weil sonst der Bruchteil gegen Null geht).

Ich finde, die Gemeinde, auch der Pfarrer und der Musiker, muss das aushalten, das ist der Soziale Aspekt der Gemeinde! Beim Kindergarten schreit auch keiner, wenn die mehr als einmal im Jahr mit Blockflötengruppe und Sängern auftreten wollen, und nicht nur zum Somerfest oder Krippenspiel.

Meine Situation:
Der Chorleiter bestimmt das Programm, ich finde jedoch, dass meine zwei Chöre, weltlich und alles Rentner, gut einschätzen können, was sie leisten können. Wenn ich denen aber sagen würde, dass sie nicht mehr bei der Maibaumaufstellung singen sollen, weil es für mich wie für alle Zuhörer eine Zumutung wäre (auch wenn dem manchmal so ist), dann könnte der Verein die Chöre, das eigene Heim etc., dichtmachen. Die Alten sehen im Chor vornehmlich den sozialen Aspekt, das respektiere ich (ich finde es recht entspannend, ohne den Druck von Höchstleistungserwartung zu musizieren), oder ich suche mir einen anderen Arbeitgeber oder ein anderes Feld, um Musik zu machen. Chorleiter werden zumindest in meiner Gegend, Nordbayern, gesucht, für alle Arten und Qualitätsstufen von Chören.
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