Jens Peter Enk in der Neanderkirche, D-Altstadt

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Clemens Schäfer
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Jens Peter Enk in der Neanderkirche, D-Altstadt

Beitrag von Clemens Schäfer »

Hallo Forum,

am 21.08.2019 spielte Jens-Peter Enk, KMD, Kantor und Organist in Wuppertal-Unterbarmen das 9. Sommerliche Orgelkonzert in der Neanderkirche, D-Altstadt. Auch er ist ein regelmäßiger und gerne gesehener Gast in dieser traditionsreichen Konzertreihe.

Enk eröffnete das Konzert mit Präludium und Fuge F-Dur BuxWV 145. Sofort wurde klar, daß Enk mit guter Ruhe ins Präludium ging, geschmackvoll registriert; eine vollgültige Darbietung.

An zweiter Stelle gab es „Allein Gott in der Höh sei Ehr“ BWV 663. So oft man es auch hört, man kommt aus dem Staunen über dieses wunderbar verschachtelte Stück Musik mit dem lange ersehnten cf im Tenor nicht heraus. Enk hatte es voll verinnerlicht. So war es ein Genuß der besonderen Art.

Nun folgten drei Tonstücke op. 23 von Nils W. Gade: Moderato (fugiert), Allegretto (leicht und flötig, an Rheinberger erinnernd) und Allegro (fast agitato). Gut gemacht, gut zu hören, aber von spürbar geringerem Gewicht als das vorhergehende.

Da ließ dann eine ruhige, sparsam registrierte, kammermusikalische Fuge über BACH (Schumann, Nr. III aus op. 60) aufhorchen. Ein kurzer aber wirkungsvoller Ruhepunkt vor dem grandiosen Abschlußstück: Bach/Reger Fantasie und Fuge D-Dur. In Rede steht hier das Cembalowerk BWV 912. Ein Takt genügte, und schon war mir die Einspielung von Eberhard Kraus im Ohr, die vor ca. 50 Jahren auf Sastruphon oder da camera als LP erschienen war. Damals habe ich begeistert die Agogik und Lebendigkeit von Musik und deren Interpretation bewundert. Und auch jetzt bei der Wiederbegegnung via Reger-Bearbeitung hatte das Stück nichts an Frische, Drängen und Dramatik verloren; ja, am Ende der Fuge stellt sich sogar eine Erlkönigstimmung ein, wenn das Fugenthema scheinbar ziellos davonstürmt.

Wieder war die Kirche nahezu voll besetzt. Herzlicher Beifall brandete sofort auf, der sich noch steigerte, als Enk ein harmlos homophones Stück von Jason D. Payne (im Elgar-Stil) zugab.

Gruß Clemens Schäfer
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