Edyta Müller in der Auferstehungskirche, D-Oberkassel

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Clemens Schäfer
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Edyta Müller in der Auferstehungskirche, D-Oberkassel

Beitrag von Clemens Schäfer »

Hallo Forum,

das zweite Konzert im 15. Oberkasseler Orgelfrühling spielte Edyta Müller, geboren in *** (Herkunft gelöscht vom Admin auf Wunsch der Künstlerin), nach ihrem ** (Ausbildung und aktueller Arbeitsort gelöscht vom Admin auf Wunsch der Künstlerin).

Die begann mit dem großen e-moll Praeludium von Bruhns. Sehr schön der „zwölftönige“ Eingang, sehr gut aber gleichzeitig nicht effekthaschend abgesetzt die weiteren Abschnitte. Eine schöne Darbietung. An zweiter Stelle eine eigene Komposition. Diese hatte zwar erst zu einem späteren Zeitpunkt kommen sollen, wurde aber vorgezogen, weil der anwesende Oskar Gottlieb Blarr (zum gewesenen Geburtstag mit großen Applaus bedacht) wegen eines anderen Termins früher gehen mußte.

Das eigene Werk „Echo Fantasie“ begann ruhig, suchend mit lustvoll schmerzlichen Dissonanzen, dann kam eine Folge von Trompeten/Chamaden-Fanfaren in unterschiedlicher Intensität, was trotz der trockenen Akustik zu Echoeffekten führte. Nicht zu aufdringlich - geschmackvoll dosiert. Weiter ging es wieder ruhig, kurze Steigerung zum mf, scharfe Akkorde im Diskant, dann absteigend. Das Ende kam etwas unvermittelt. Müller sollte eine kurze Coda mit Reminiszenz an die Fanfaren in Erwägung ziehen. Insgesamt aber eine schöne Komposition, die in einer Kirche mit mehreren Orgeln und/oder größerem Nachhall noch gewinnen dürfte.

Es folgte BWV 662 „Allein Gott in der Höh‘ sei Ehr“. Mit großer Ruhe, gut gestalteter cf.

Was die Organisten an den Bearbeitungen Bachs von Werken aus fremder Hand so begeistert, bleibt mir ein Rätsel. Auch in diesem Konzert gab es wieder Johann Ernst von Sachsen-Weimar, diesmal als BWV 592 unter dem Namen Bach angekündigt. Müller ließ sich im Allegro vom Tempo hinreißen und mußte sich selbst mehrfach bremsen. Warum nur serviert man den Hörern immer diese dünnen Suppen? Meint man wirklich, mehr zu verdauen, wäre ihnen nicht zuzutrauen oder zuzumuten? Und - ist das Leben nicht zu kurz, sich mit mit diesen Paërga zu beschäftigen?

Schließlich gab es noch zwei Werke von César Frack: Cantabile und Pièce Heroique. Stilistisch sicher; beim Heroique hatte sie sich am Ende aber dynamisch zu früh verausgabt- im letzten Takt fehlte dann das kleine Plus, das man sich hier erwartet.

Freundlicher Beifall der über 70 Hörer . Zugabe Vivaldi/Bach (sic!).

Gruß Clemens Schäfer

P.S. 15.05.2019, 18:30h, Su-Meoung Han (Düsseldorf); Muffat, Bach 582, Liszt Ad nos
Ich bin leider nicht dabei, habe in der Tonhalle Anne Sophie Mutter mit Mozart.
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