Thorsten Göbel in der Auferstehungskirche, D-Oberkassel

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Clemens Schäfer
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Thorsten Göbel in der Auferstehungskirche, D-Oberkassel

Beitrag von Clemens Schäfer » Donnerstag 6. Juni 2019, 14:33

Thorsten Göbel in der Auferstehungskirche, D-Oberkassel

Clemens Schäfer , Düsseldorf, Donnerstag, 06. Juni 2019, 14:32

Hallo Forum,

mit dem sechsten Konzert am 05.06.2019 ging der Oberkasseler Orgelfrühling in der Auferstehungskirche zu Ende (schon warten die Sommerlichen Orgelkonzerte in der Neanderkirche am Horizont).

Die Tradition erlaubt es Kantor Thorsten Göbel, das letzte Konzert dieser verdienstvollen Konzertreihe selbst zu spielen. Er begann mit Nuages und Fêtes aus Trois Nocturnes (1900) von Debussy - Orgelbearbeitung Jörg Abbing. Wer wie ich, dieses Werk vor wenigen Tagen (komplett) im Symphoniekonzert gehört hat, der wundert sich, wie gut sich die Stimmung und Orchestrierung auf die Orgel übertragen läßt. Jedenfalls hörte man die Wolken mit wenig Bewegung, vielleicht bleiern und schwül am Himmel stehen. Der allgemeine nächtliche Festtrubel wurde immer wieder durch das Hinzutreten irritierender Gestalten bereichert. Gut gemacht von Bearbeiter und Spieler.

Da traf es sich gut, daß Göbel mittels einer scharf akzentuierten Promenade auch einen Gnom auftreten ließ. Wir sind in den Bildern einer Ausstellung von Mussorgski. Vor dem Gnom hatte ich als Kind immer etwas Furcht, war er mir doch vom Vater als häßlicher, übelmeindender, humpelnder Zwerg geschildert worden. B.e.A. gehörten bei uns zu Hause zur musikalischen Früherziehung. Noch heute umfängt mich bei dieser Musik ein - in zwischen - wohliges Schaudern. Das ist Effektmusik vom Feinsten und war hier auch trefflich gemacht (Orgelbearbeitung Stephen Tharp). Mit Catacomben-Promenade (Con mortuis in lingua mortua) hatte sich Göbel eine weitere Rosine aus diesem Werk herausgepickt.

Glücklicherweise hatten die Elfen (Joseph Bonnet) den Gang in die Unterwelt überlebt; sie tanzten einen munteren Reigen.

Den Abschluß des Konzerts bildete Duruflés Suite op. 5. Sehr beeindruckend das ausschweifende, ruhige, todtraurige Prélude. Da mußte man wirklich tief durchatmen. Das folgende Sicilienne vermochte diese Stimmung nicht ganz zu vertreiben. Mächtig auch die Schlußtoccata.

Sofort war großer Beifall im Raum. Dem letzten Aufruf zum 15. Oberkasseler Orgelfrühling waren über 130 Hörer gefolgt, die dankbar und anhaltend applaudierten. Göbel spielte zwei Zugaben, die aus dem Ernst des op. 5 hinausführten: Gavot in alten Stil von Ch. Neustedt und Embraceable you von Ingo Luis - letzteres ein Stück im Sinatra-Broadway-Stil und herrlichen Kinoorgel-Farben.

Nach Pfingsten wird die Sauerorgel einer Revision unterzogen:
Probleme mit der Windversorgung sollen beseitigt werden. Ein zweiter Spieltisch kommt unten in den Kirchenraum. In diesem Zusammenhang wird auch die Setzeranlage modernisiert. Die Chamadenbatterie wird zur Floating Division.

Nach dem Oberkasseler Orgelfrühling ist vor dem Oberkasseler Orgelfrühling:
Mittwochs 18:30h, Auferstehungskirche, Düsseldorf-Oberkassel
22.04.2020: Christian Ehret (Leichlingen)
29.04.2020: Michael Schöch (Innsbruck)
06.05.2020: Christian Barthen (Giengen)
13.05.2020: Helge Pfläging (Templin)
20.05.2020: Gabriel Dessauer (Wiesbaden)
27.05.2020: Thorsten Göbel (Düsseldorf)

Gruß Clemens Schäfer

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