Notre Dame

Diskussionen rund um Orgelneubau, Orgelrestauration, Register, Technik, usw.
stummorgel
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Re: Notre Dame

Beitrag von stummorgel » Samstag 20. April 2019, 09:51

Hallo!

Für alle, die das Thema Notre-Dame interessiert...

es wird fast rund um die Uhr dort gearbeitet.
Gestern wurde der Nordgiebel gesichert.

https://www.midilibre.fr/2019/04/19/inc ... 144522.php

Schon 'ne Meisterleistung in der Zeit. Die Leimbinder sind teils 20to schwer.

Im Inneren wurden alle Kunstgegenstände bzw. die "Mays" entfernt und gesichert. Es sei kaum Ruß auf ihnen, da die Feuerwehrleute schnell gehandelt hätten. Das läßt hoffen.

Der Giebel zwischen den Türmen muß abgebaut werden. Durch die WIndlast neigt er sich nach innen.
Die Chimären am Südturm auf dieser Ecke müssen ebenfalls entfernt werden, sie sind so beschädigt und ausgebrannt, daß sie abstürzen, das Gewölbe durchschlagen und die Orgel beschädigen könnten.

Das große Gerüst wird derzeit Stück für Stück entfernt, es soll dann im Laufe der Woche ein riesiges, gebogenens Zeltdach über die Kathedrale, um sie vor Regen zu schützen und weitere Arbeiten zu ermöglichen.

Bin wirklich erstaunt, was da geleistet wird!!

stummorgel
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Re: Notre Dame

Beitrag von stummorgel » Mittwoch 24. April 2019, 17:02


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olds
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Re: Notre Dame

Beitrag von olds » Donnerstag 9. Mai 2019, 08:11

Wahrscheinlich würden bei fast jeder anderen Kirche in Frankreich beim Wiederaufbau auch "Kölner Uhren" schlagen.

Ich habe am Tag nach dem Brand eine interessante Diskussion im Radio gehört, wo recht unmissverständlich festgestellt wurde, dass Notre Dame als Nationalsymbol einen entsprechenden Bonus erhält. Die Geschichte des säkularen Frankreichs und der Grande Nation ist mit der Kirche untrennbar verbunden.

Daher hakt vielleicht auch der Vergleich mit Deutschland. Natürlich würde wir hier etwas länger brauchen, weil bei uns für jede Schraube 3 Gutachten, 7 Anträge und 8 Stempel benötigt werden. Und natürlich würden Dank unseres Förderalismus aus 16 Bundesländern gleichberechtigt die Baumeister Ihren Senf mit dazu geben.

Allerdings haben wir eben kein vergleichbares Gebäude mit staatstragender Geschichte.

Und ebenso allerdings: Es ist die preußische Gründlichkeit, die schon vor über 130 Jahren beispielsweise für den Kölner Dom eine zeitgemäße Dachkonstruktion forderte. Dort würden nicht 1.300 furztrockene Eichen brennen.

kernbeißer
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Re: Notre Dame

Beitrag von kernbeißer » Donnerstag 16. Mai 2019, 07:08

Da bin ich anderer Meinung:

... bei uns würde man zuerst in Rekordzeit bauen und machen und dann hinterher überprüfen ob das Ganze auch wirklich regelkonform ist.

Dann würde man feststellen, dass zehntausende Polyamid-Dübel wieder raus müssen (und natürlich auch die Holzkonstruktion des Daches wieder abgebaut werden muss), da diese den Brandschutzbestimmungen nicht entsprechen. Die Rekonstruktion würde sich um mindestens 100 Jahre verzögern, da man zuerst den finden muss, der das verbockt hat.

Und das dauert bekanntlich lange ... sehr lange.

So geschehen am Berliner Flughafen BER, dem Aushängeschild des Versagens öffentlicher Bemühungen in Deutschland, dem weltweit bisher einzigen 0-CO2-Emmissions-Flughafen der Welt, da dort noch nie ein Flugzeug gestartet ist und vielleicht auch nie wird ...

Vielleicht bekommen die Franzosen das mit ihrer zentralistischen Struktur besser hin, hoffen wir es.

kjz1
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Re: Notre Dame

Beitrag von kjz1 » Freitag 17. Mai 2019, 11:04

Jetzt hat es auch ein weltliches Gebäude erwischt: Rheingoldhalle Mainz

Und wieder waren es Renovierungsarbeiten, aus denen sich ein Schwelbrand entwickelt hat. Mittlerweile muss man wohl generell davon ausgehen, dass überall da bei historischen Gebäuden, wo am Dach gewerkelt wird, allerhöchste (Brand-)Gefahr im Verzug ist.

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