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Orgelmatinée "Musik und Texte"
am 08.01.2023 um 11.30 Uhr in St. Matthäus München

Werke von Olivier Messiaen (Les Mages), Sigfrid Karg-Elert (Vom Himmel hoch, Wie schön leuchtet der Morgenstern, Resonet in laudibus) und Karl Hoyer (Christi Geburt)

Texte: Pfr. Dr. Norbert Roth
Orgel: Armin Becker
Eintritt frei - Spenden erbeten


Die Orgelmatinée, die am Sonntag, den 8. Januar 2023, um 11.30 Uhr in der Matthäuskirche am Sendlinger-Tor-Platz stattfindet, leitet von Weihnachten hinüber ins neue Jahr. Auf dem Programm stehen, fernab allzu oft gehörter Weihnachtsklassiker, Werke aus Spätromantik und Moderne von Sigfrid Karg-Elert, Karl Hoyer und Olivier Messiaen.

Von Karg-Elert, der im englischen Sprachraum als bedeutendster Orgelkomponist seit Bach angesehen wurde, erklingen Choralvorspiele über "Vom Himmel hoch, da komm ich her" und "Wie schön leuchtet der Morgenstern" sowie ein Satz aus seinem 1923 entstandenen Zyklus "Cathedral Windows", der das weihnachtliche "Resonet in laudibus" in einer so harmonisch einfühlsamen Farbigkeit verarbeitet, dass der vom Titel suggerierte Gedanke an mittelalterliche Glasfenster nicht allzu fern liegt. Etwa ein Jahrzehnt später, Mitte der 1930er Jahre, ist Olivier Messiaens Weihnachtszyklus "La Nativité du Seigneur" entstanden, aus dem der vorletzte Satz "Les Mages" erklingt. Die dem Stern nachfolgenden Weisen aus dem Morgenland werden hier mit irisierenden Klängen aus dem Fernwerk, sanften Staccato-Akkorden auf 16´-Basis und einer ins Pedal verlegten Melodie mit eigenartiger Kornett-Registrierung in Szene gesetzt. Der 1936 infolge eines Motorradunfalls viel zu früh verstorbene Karl Hoyer gehört zu den im übergroßen Schatten Max Regers stehenden weithin vergessenen Komponisten des Übergangs von der Spätromantik zur Moderne. Er setzte sich insbesondere, sehr ungewöhnlich im Deutschland der 1920er und 30er Jahre, für Olivier Messiaen und Karg-Elert ein, bei dessen Trauerfeier im Jahr 1933 er spielte. Seine "Charakterstücke" op. 35 knüpfen an Regers "Sieben Stücke" op. 145 an, gehen aber in ihrer postromantischen Expressivität weit darüber hinaus. Der Satz "Christi Geburt" erinnert zunächst eher an expressiv-moderne Stummfilmmusik und kombiniert in einem majestätischen Schluss die Melodien der beiden Weihnachtschoräle "Vom Himmel hoch" und "O du fröhliche".

Die Texte liest Pfr. Dr. Norbert Roth, an der Steinmeyer-Woehl-Orgel ist Armin Becker zu hören, der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.


Pressemitteilung der Kirchengemeinde / Armin Becker
Foto ©: Armin Becker
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Die Orgel in St. Matthäus München