Marcel Andreas Ober in St. Lambertus, D-Altstadt

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Clemens Schäfer
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Marcel Andreas Ober in St. Lambertus, D-Altstadt

Beitrag von Clemens Schäfer » Dienstag 23. Oktober 2018, 17:28

Hallo Forum,

im Rahmen des 13. ido spielte Marcel Andreas Ober am 22.10.2018 ein Konzert mit dem Titel DIE KUNST DER TRANSKRIPTION. Von Händel gab es zunächst das Concerto grosso h-moll Op. 6 Nr. 12. Ober hatte es selbst transkribiert. Largo, Allegro, Aria, Largo und Allegro waren die Sätze. Gravitätisch der Beginn, spielfreudig das Ganze. Aber man vermißte den Streicherklang doch ein wenig.

Das war bei Liszt anders. Orpheus, Symphonische Dichtung Nr. 4 für Orchester. In der kongenialen Transkription (mit eigenen Zutaten) von Jean Guillou wirkte das Stück wie für Orgel geschrieben. Ober inszenierte das sehr gekonnt. Große Musik und Höhepunkt des Konzerts.

Danach Beethoven, Siebte Symphonie A-Dur op. 92. Das Allegretto (2. Satz) in der Transkription von Yves Lafargue, das Allegro con brio (3. Satz) in der von William Thomas Best. Während der zweite Satz sich auf der Orgel gut darstellen ließ, wurde es beim Scherzo kritisch: Hier fühlte ich mich auf den Marktplatz von Limoges versetzt: Ein geschäftiger Trubel, in dem alles durcheinander geht; die große Akustik tat das ihrige. Ober wechselte virtuos die Manuale - es blieb kaum durchhörbar.

Erfreulich und überraschend gut machte sich die Petite Suite für Klavier auf der Orgel (Transkription Léon Roques). Die Charakteren der Nummern en bateau, Cortège, Menuet und Ballet kamen gut heraus. Im schnellen Walzer des Ballet konnte man an Ravels La Valse denken. Prima gemacht - von Transkribent und Spieler!

Am Ende eine Toccata für Klavier von Pierre Sancan (1918-2008) in Obers eigener Orgelfassung. Schnell und schwungvoll . Mehrfach Zwischenbeifall, großer Schlußbeifall. Zugabe ein Originalstück von Guilmant mit gregorianisch anklingendem Beginn - nur auf weißen Tasten. Über 110 Hörer.

Gruß Clemens Schäfer

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