Blog mit Verlosung

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Blog mit Verlosung

Beitrag von Administrator » Montag 3. September 2018, 09:40

Guten Morgen,

in unserem Blog habe ich heute einige Fragen gestellt und wäre über viele Antworten sehr erfreut. Es gibt auch eine CD zu gewinnen.

http://blog.orgel-information.de/#03092018
Herzliche Grüße

Daniel
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Re: Blog mit Verlosung

Beitrag von Administrator » Donnerstag 13. September 2018, 10:54

Liebe Musikerinnen und Musiker,

die Antworten auf unsere Umfrage sind online.
Habt Ihr noch Anmerkungen, Ergänzungen?

http://blog.orgel-information.de/#antworten_030918
Herzliche Grüße

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olds
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Re: Blog mit Verlosung

Beitrag von olds » Dienstag 18. September 2018, 08:02

Noch ein Nachtrag und Anmerkung:

Im Nachgang meiner Teilnahme an der Umfrage hat sich auf der Hauptprobe zu einem Konzert (jetzt, kommenden Samstag) zwischen mir und einem Sänger, mit dem ich mich gut verstehe, entwickelt.

Zur Aufführung kommt u.a. eine Messe, die seit 3-4 Jahren als Gassenhauer durch die Konzertprogramme junger Chören rast. Der Chor ist aus drei Chören (sowie einigen jungen Leuten eines Schulchores, die das Werk jetzt zum Ende des Schuljahres aufgeführt haben) zusammengestellt. Für "meinen" völlig überalterten Chor ist das Ding absolut nicht machbar, dennoch werden tapfer "verdiente Sängerinnen" durch die Gegend gekarrt. Eine Fahrzeugbesatzung war hier dann zusammen 311 Jahre alt, Durchschnittsalter 77,75. Eine andere 242, Durchschnitt 80,67.

Die Messe singe ich als eher mittelmäßiger Sänger mit 3 Proben recht gut runter, Schwierigkeit sind die Funk-, Rock-, und Boogierhythmen. Aber auch das ist für einen begabten Musiker, der nicht nur Kontrapunkt betreibt durchaus machbar.

Mein Gesprächspartner meinte, dass dies "Anbiedernde Musik" sei. Die Theologie der Gesänge würde musikalisch nicht ausformuliert, vielmehr würde man die Gesänge der Heiligen Messe über flotte Rhythmen stülpen und darauf hoffen,dass danach 5 jüngere Leute mehr in die Kirche gehen.

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Re: Blog mit Verlosung

Beitrag von Administrator » Dienstag 18. September 2018, 13:22

Leider habe ich auch oft das Gefühl dass manche Menschen meinen, moderne Rhythmen und coole Texte seien ein Garant für mehr junge Leute in der Gemeinde. Das sehe ich aber anders. Meines Erachtens ist eine gute, qualitativ hochwertige Musik - auch alte (!) Musik - mit einem tiefen, sinnvollen und ansprechenden Text - auch "alte"/biblische/theologische Texte - auf Dauer mehr tragfähig.
Der Drang "hipp" zu sein und zu einem schnellen Ergebnis in der Zahl der Gottesdienstbesucher zu kommen, motiviert aber oft zu ganz anderer Musik und anderen, niederschwelligen, aber qualitätslosen Veranstaltungen.

Ach, darf man das so überhaupt laut äußern, oder bin ich damit einer der ewig-gestrigen?
Herzliche Grüße

Daniel
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Re: Blog mit Verlosung

Beitrag von Sofia Chilkowski » Mittwoch 19. September 2018, 10:32

Hallo Daniel,
nein, da musst du dich nicht für verstecken.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es, egal ob man klassische Musik oder populäre Musik macht, immer auf die Qualität ankommt. Ich hatte letzten Sonntag die Möglichkeit, in Essen bei einem Chortreffen dabei zu sein. Es Sangen ganz unterschiedliche Chor Gruppen und es gab ganz verschiedene Formen der Auftritte.
Die Chöre, die qualitätvolle Sätze aufführen, von Gregorianik bis Pop bekamen den meisten Applaus und hatten weniger Nachwuchsprobleme als jene Chöre, die mit schlechten Arrangements oder so ollen Kamellen wie den unsäglichen Bearbeitungen von Otto Groll und Konsorten ankamen.
Besonders beeindruckt hat mich dabei der Essen Steeler Kinder und Jugendchor, der sowohl Mendelssohn als auch populäres sehr gut und engagiert dargestellt hat.
In der Chor Szene sehe ich aber leider vielfach keine Bereitschaft offen für Neues zu sein. Ich denke, dass das auch an den Verantwortlichen der Chorvebände liegt, die eine professionellere Chorleiterausbildung mit Kurzkursen untergraben.
Da habe ich auch schon gehört: "Ich habe eine Chorleitungsausbildung. Ich habe an einem Wochenende alles gelernt."
Aber auch einige Chorleiter machen es sich leicht und machen seit Jahren immer dasselbe.
Das wird auf Dauer nicht gutgehen.

Also, meine Meinung : Man darf alles machen, es muss aber qualitativ hochwertig sein.

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Re: Blog mit Verlosung

Beitrag von Sofia Chilkowski » Mittwoch 19. September 2018, 10:48

Zum Beitrag von Olds:

Ich denke, dass die Damen und Herren der Fahrgemeinschaften auch bei klassischem Programmen Probleme bekommen könnten.....

Was ist denn anbiedernde Musik?
Wenn ich die Orgelsonaten von Puccini höre oder eine Polka per dopo la Messa, oder Gloriaversetten über La traviata von Verdi, kommt mir das auch anbiedernd vor.
Eine HaydnMesse geht auch nicht unbedingt auf die inhaltlichen Vorgaben ein, wenn mit polytextierung auf die Wünsche des Bischofs eingeht.

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olds
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Re: Blog mit Verlosung

Beitrag von olds » Donnerstag 20. September 2018, 06:24

Das ist eine gute Frage!

Gestern Abend auf der nächsten Probe konnte ich das Gespräch mit dem Sänger weiterführen. Seine Argumentation war am Samstag gewesen, dass diese Messe und die Stücke, die wir da drumherum vortragen zwar musikalisch ihren Wert haben, es aber weniger darum geht durch Musik theologische Tiefe zu erreichen, als vielmehr darum, bei dem Zuhörer mit modernen gängigen Formen ein Wohlgefallen auszulösen. Es steht ein Erlebnis im Vordergrund, bei dem es zwar um ein religiöses Tun geht, dieses geht aber nicht zu sehr in die Tiefe, damit der Zuhörer nicht überladen wird.

Die Intention dahinter ist dann halt leider auch, dass der Besucher des Konzertes oder des Gottesdienstes seinen Weg in die Kirche gefunden hat und vielleicht auch bald mal wieder kommt. Der Preis für diese "Lockangebot" ist aber, dass die Kunst in ihrer Theologie an der Oberfläche bleibt, es entsteht keine Tiefe, es fehlt sozusagen die in Musik ausformulierte Predigt.

Ich habe gestern dann aber als Gegenargument aufgeführt, dass Kirchenmusik früher doch oftmals auch anbiedernd gewesen sei. Mein Vater rühmt sich zwar seiner Zeit als Sänger in dem doch recht guten Kirchenchor unseres Dorfes. Spreche ich mit ihm über das Repertoire, dann fällt auf, dass sowohl von der Orgel als auch vom Chor über Jahrzehnte auf ausgetretene Pfade gewandelt wurde. Nicht nur wurde häufig immer das Gleiche gesungen, stilistisch bewegte man sich in einer Komfortzone.

Hier habe ich es ja schon einmal erwähnt, aufgrund seiner Prägung kritisiert mein Vater inzwischen oftmals mein Orgelspiel, da es ihm nicht zurückhaltend genug ist. Ich spiele fast nur noch modernere oder romantische Stücke, oftmals mit der passenden grundtönigen Registrierung (ich habe keine reine Barockorgel in meinem "Revier) und meine kleinen diletantischen Improvisationen sind meist Fanfaren, wo ich dann leider harmonisch nicht verschweigen kann, dass ich mal Rockmusik gemacht habe.

Es ist halt tatsächlich so, dass die Leute noch in den 1970ern und führen 1980ern mit Entsetzen reagierten, wenn im dem Dorf auswärtige Organisten mit entsprechender Ausbildung mal "richtig rangegangen sind".

Ich möchte der modernen Kirchenmusik auf Basis der Pop- und Rockmusik aber das Existenzrecht nicht absprechen. Es sollte alles seinen Platz finden und besonders diese Messe wäre für mich für die Kirchweih oder jede andere Messe wo es mal etwas fröhlicher zur Sache gehen darf, erste Wahl.

Aber die Messe einfach so an einem Sonntag aufführen, nur weil es Sie gibt und der Chor dann begeistert bei der Sache ist, das finde ich dann "anbiedernd".

Mein Wohnortpfarrer regelt das auch recht gut. Es gibt einen Jahresplan in dem er dann auch seine musikalischen Wünsche benennt. So findet jeder Stil zum jeweils passenden Anlass seinen Platz.

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Re: Blog mit Verlosung

Beitrag von Administrator » Donnerstag 20. September 2018, 09:23

Guten Morgen,

ich sehe das so wie olds. "Anbiedernde" Musik ist keine besondere Musik- oder Stilrichtung, sondern die Intention hinter der Planung. Ein Konzert mit modernen Werken, Jazz, Rock, o.ä. kann ganz hervorragend sein, wenn es wirklich dazu dient, diese Musik darzustellen und auch musikalisch qualitativ hochwertig zu transportieren.
Aber wenn die gleiche Musik nur deswegen gewählt wird, "weil sonst ja niemand in die Kirche kommt", dann ist es anbiedernd. Und so kann das auch mit Opernklängen auf der Orgel und sogar mit Bachs schmissigsten Werken sein.
Herzliche Grüße

Daniel
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Re: Blog mit Verlosung

Beitrag von Sofia Chilkowski » Donnerstag 20. September 2018, 13:48

Ich widerspreche ja gar nicht. Ich habe nur etwas dagegen, dass immer die populären Musikstile in der Kirche als Beispiel für den Niedergang angesehen werden.
Natürlich bekommt man damit nicht unbedingt mehr "jugendliches" Publikum in die Kirche, aber auch mit Bach bekommt man nicht mehr "Publikum" sondern nur mit Qualität.
Ein schlecht gespieltes Orgelstück ist genauso schlecht, wie schlecht gespielte Popularmusik.
Ich bin dafür, dass alle Musikstile auch in der Liturgie vorkommen dürfen und müssen. Das hat es doch schon immer gegeben, wenn Hasslers "Mein Gmüth ist mir verwirret" zu "O Haupt voll Blut und Wunden" wird, ist das genauso populäre Musik gewesen, wie die Opernparaphrasen im 19. Jahrhundert oder Übertragungen von jiddischen Liedern im NGL ("Ohren gabst du mir").
Wenn Wolfgang Gourgé in AO seinen einseitigen Sermon im Editorial absondert, kann ich nur kotzen, es gab ja zum Glück, auch Gegenreden.
Vielfalt ist wichtig, aber auf Qualität achten.

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Re: Blog mit Verlosung

Beitrag von Administrator » Donnerstag 20. September 2018, 17:15

Qualität ist ganz wichtig, von daher kann ich mit Deiner Argumentation gut leben, liebe Sofia. Meines Erachtens kommt noch etwas dazu: Der gute Mix aus allem und der Respekt vor dem Geschmack anderer. Ich werde oft schief angeschaut, wenn ich einen "alten" Chorsatz genieße und mit manch moderner Musik nichts anfangen kann (auch wenn sie gut gemacht ist). Das ist einfach auch Geschmackssache und ich würde mir oft viel mehr Toleranz in den Gemeinden und unter den Musikern wünschen, was die verschiedenen Geschmäcker angeht.
Herzliche Grüße

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Re: Blog mit Verlosung

Beitrag von Sofia Chilkowski » Donnerstag 20. September 2018, 18:16

Natürlich, das ist aber ein Problem, welches nicht nur die Musik betrifft.

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Re: Blog mit Verlosung

Beitrag von olds » Donnerstag 20. September 2018, 20:48

Sofia Chilkowski hat geschrieben:
Donnerstag 20. September 2018, 13:48
Natürlich bekommt man damit nicht unbedingt mehr "jugendliches" Publikum in die Kirche, aber auch mit Bach bekommt man nicht mehr "Publikum" sondern nur mit Qualität.
Hast Du die Anführungszeichen mit dem gleichen Hintergedanken gesetzt, den ich bei "jugendlich" habe?

Was wir derzeit in der Kirchenmusik als "jugendlich" bezeichnen ist die Musik aus der Jugend der jetzt 50-70jährigen.

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Re: Blog mit Verlosung

Beitrag von Sofia Chilkowski » Donnerstag 20. September 2018, 22:24

Genau wie das Ngl, das auch schon 50 Jahre alt ist.
Neulich sagte mir eine Organistin: "Ich kann an der Liedauswahl bei Trauungen sehen, in welchem Jahr das Brautpaar zur Kommunion gegangen ist."

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Re: Blog mit Verlosung

Beitrag von olds » Freitag 21. September 2018, 07:22

Hierzu erlaube ich mir mal einen Blick in die Pfarrgemeinden, aber einmal abseits der Kirchenmusik.

Mir fällt immer wieder auf, dass Kirchengemeinden für das teilweise schon Jahre bestehende Elend vor der Tür scheinbar blind sind, aber voller Energie sonstwo in der Welt in Hilfsprojekte involviert sind.

Schaut man sich die Beteiligten dann an, trifft man auf die Generation 50+ deren caritative Sozialisiation hauptsächlich durch die Thematiken der 1960er und 1970er geprägt sind: Wir satten Menschen hier in der ersten Welt, die wir die armen Länder ausbeuten. Dagegen möchte ich nichts sagen, das muss und soll natürlich auch sein, die jungen Leute haben da aber absolut keinen Zugang mehr zu. Die haben inzwischen ganz andere Sorgen.

Ein Beispiel das mich persönlich betrifft:
Die Wohnortpfarrei hat als Jahresthema "Schöpfung" ausgerufen. Da ich viel im Wald unterwegs bin und mich auf in sozialen Medien hierzu umtue, kam mir die Idee, man könnte doch mal eine recht naturnahe mehrtätigeWandertour machen, also nix mit Übernachten im Hotel, sondern in Richtung Trekking. Den "Mann im Wald", ein Forstwissenschaftler, kann man dazu engagieren, der Mensch hat zur Ökologie des Waldes ein immenses Wissen.
(https://www.youtube.com/watch?v=jF7SSCACY6k)

Schaut man sich die in den Arbeitskreis involvierten Leute an,sind die 55+. Die sprechen junge Leute absolut nicht an, das Denken ist ziemlich 1980er.

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