Johannes Geffert in der Auferstehungskirche, D-Oberkassel

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Clemens Schäfer
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Johannes Geffert in der Auferstehungskirche, D-Oberkassel

Beitrag von Clemens Schäfer » Donnerstag 10. Mai 2018, 13:58

Hallo Forum,

das fünfte Konzert des Oberkasseler Orgelfrühlings mit dem Motto „Opus 18“ wurde gespielt von Prof. Johannes Geffert (Köln) Wie schon andere Mitwirkende an dieser Reihe hatte er nicht nur Opera 18 im Programm sondern auch Werke und Komponisten, die sonst wie mit „18“ zu tun haben oder Hatten. So ist etwa Charles Gounod 1818 geboren, so hat Karg-Elert das Lied ohne Worte Nr. 18 von Mendelssohn in freier Konzertbearbeitung für Orgel gesetzt. Und 18 Choräle aus Leipzig bieten ja auch einiges. Ein weites Feld.

Tatsächlich begann Geffert aber mit einem echten Opus 18: Die Nr. 1 Grand Chorus alla Händel von Guilmant. Ganz nett, aber zu wenig Substanz für die quälend lange Zeit.

Da bot Bach doch ungleich mehr: BWV 663 „Allein Gott in der Höh’ sei Ehr“ wurde gut im Fluß dargeboten. Der cf im Tenor wurde dabei führend vom Krummhorn gespielt - unter weich machenden Beimischungen. Sehr apart.

Dann bekamen wir Gounod Méditation „Ave Maria“ zu hören. In einer Orgelfassung von Charles King Hall (1845-1895). Dabei baut King Hall bisweilen eine vierte Stimme ein. Hübsch. Wieder etwas gelernt.

Aus dem Streichsextett Opus 18 von Brahms folgte das Thema mit Variationen. Brahms hatte den Satz auf Bitten von Clara Schumann für Klavier gesetzt. Diese Fassung baute dann Manuel Gera zur Orgelmusik um. Ob die zweimalige Umformung der Sache gut getan hat? Sehr begeistern konnte mich das nicht. So blieben die sfz. und pizz. notgedrungen unberücksichtigt. Und das Drängende von Tonrepetitionen läßt sich nicht darstellen. Das Original steigert sich hochdramatisch. Das kam leider nicht recht rüber.

Das schon erwähnte Lied ohne Worte war dann ausdrucksstärker.

Noch einmal ging es dann - sehr erholsam! - in die 18 Leipziger Choräle: BWV 664 (Trio) lief herrlich.

Und zum Abschluß folgten von Elgar noch Andante espressivo und Presto comodo aus dessen Sonate Opus 28. Das war gut gemacht. Auch den Widerspruch (presto einerseits, comodo andererseits) wußte Geffert aufzulösen. Ein klein wenig gebremst halt.

Geffert scheint solche Programme zu lieben. Hier eine Petitesse, dort ein Zückerchen, dann ein nahrhafter Happen, etwas Seltenes zum Staunen und so fort. Ich muß freilich zugeben, daß ich mich - halten zu Gnaden -teilweise gelangweilt habe.

Fast 100 Hörer applaudierten freundlich. Zugabe: Elfen von Joseph Bonnet.

Gruß Clemens Schäfer

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