Wolfgang Abendroth in der Johanneskirche, D-Stadtmitte

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Clemens Schäfer
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Wolfgang Abendroth in der Johanneskirche, D-Stadtmitte

Beitrag von Clemens Schäfer » Samstag 5. Mai 2018, 14:48

Hallo Forum,

Opus 42 Nr. 2 und Opus 5 ergeben ein veritables, romantisches Konzertprogramm. Wolfgang Abendroth spielte „freitags um 7“ in der Johanneskirche die sechste Symphonie von Widor und Duruflés Suite. Das war nicht nur gehaltvoll, nahrhaft und sättigend sondern auch belebend und beglückend.

Im Kopfsatz der Symphonie setzte Abendroth auf den herkömmlichen, eher forschen Duktus, ohne zu übertreiben. So war der Drang nach vorne stets spürbar, gleichzeitig wurden die einzelnen Abschnitte gut gegeneinander abgesetzt. Ganz herrlich das Adagio, dessen Solo am Ende Tränen in die Augen zu treiben vermag. Quirlig das Intermezzo, schnell aber nicht hastig. Wieder vom Feinsten das Cantabile und mächtig das Final. Das war schon eine starke Leistung! Die Sechste ist allerdings auch ein dankbares Werk, formal gut überschaubar, nicht zu lang und voller einnehmender Ideen. Das Stück steht in g-moll. Aber das ist hier offenbar nicht dasselbe g-moll wie bei Mozart (183, 550, 478, 516, 250 Menuett), nicht so resignierend traurig.

Das zweite Werk des Abends war dann die Suite Opus 5 von Duruflé. Da ist das Prélude wahrhaft bedrückend und schwermütig. Und auch das Sicilenne vermag da nicht auszugleichen. Die Toccata hört man öfter einzeln. Dabei erscheinen mir die ersten Sätze ergiebiger. Als dann nach großem Getümmel der schlichte, klare Schlußakkord kam, war der Beifall sofort da. Freilich hatten kaum 30 Hörer den Weg ins Konzert gefunden. Aber die konnten zu Recht dankbar sein.

Gruß Clemens Schäfer

P.S. Am Montag, 07.05., 19:30h spielt in St. Lambertus, D-Altstadt Karol Mossakowski (Paris). Am Mittwoch, 09.05. 18:30h, spielt in der Auferstehungskirche D-Oberkassel Johannes Geffert.

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