Wolfgang Abendroth in der Johanneskirche, D-Stadtmitte

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Clemens Schäfer
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Wolfgang Abendroth in der Johanneskirche, D-Stadtmitte

Beitrag von Clemens Schäfer » Samstag 3. März 2018, 21:56

Hallo Forum,

„freitags um sieben“ ist immer etwas los in der Johanneskirche Düsseldorf. Am 02.03.2018 war es mal wieder ein Orgelkonzert. Wolfgang Abendroth hatte sich mit Jannik Schroeder Hilfe geholt. Denn das Stück brauchte mitunter eine dritte Hand, im Finale sogar deren zwei. Ich spreche von Gustav Holst, The Planets. Ursprünglich für zwei Klaviere konzipiert - Neptun gar für Orgel vierhändig und Frauenchor.

Hin und wieder ist die symphonische Dichtung in der Instrumentierung des Komponisten im Konzertsaal zu hören. Das ist wahrlich raffiniert und höchst klangsinnig. Diesmal gab es die Orgelfassung von Peter Sykes. Und die neobarocke Orgel von Beckeraths bedeutete weitere Einschränkung. Aber Abendroth weiß sein Instrument zu nutzen. Er vermochte es, allen Wandelsternen ihren zugeschriebenen Charakter zu geben. Klar, Mars war martialisch; vorausahnend hatte Holst das industrielle Gemetzel des ersten Weltkriegs im Voraus beschrieben. Venus lebte von hohen Flöten. Merkur ist ein lebhaftes, sprunghaftes Scherzo. Jupiter kommt tänzerisch aber auch hymnisch daher. Bei Uranus muß man an den Zauberlehrling denken, und Neptun entführt uns am Ende unentrinnbar in die unendlichen Weiten des Alls.

Die Interpreten machten ihre Sache bestens; der Registerfundus der Orgel erlaubte eine jederzeit glaubhafte Darstellung. Und von technischer Perfektion war es auch. Die 45 Minuten vergingen wie im Fluge.

Leider hatten kaum 50 Hörer den Weg in die Johanneskirche gefunden. Die freilich applaudierten ausdauernd.

In der Lunchtimeorgel am 21.02.2018 hatte Abendroth seine rund 70 Hörer mit einer wohl öfter präsentierten Kombination bedient: Bach BWV 543 a-moll und Franck Choral a-moll. Nun ist diese Vortragsfolge aber auch naheliegend, lehnt sich Franck doch an das Bach’sche Fugenthema an. Abendroth ging gewohnt souverän durch den Bach und erzählte mit schöner Agogik den Franck’schen Choral. Zur Mittagsstunde sehr nahrhafte Orgelkost auf höchstem Niveau. Dankbarer Beifall.

Gruß Clemens Schäfer

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